18.05.2017

Südsudan: Lebensrettende Hilfe für Flüchtlinge unterfinanziert

Der Hilfsplan für Flüchtlinge aus dem Südsudan ist laut Angaben von UNHCR und Welternährungsprogramm (WFP) bisher lediglich zu 14 Prozent finanziert. Bis Ende 2017 werden rund 1,4 Milliarden US-Dollar benötigt, um die südsudanesischen Flüchtlinge in sechs Nachbarländern versorgen zu können.

Gesundheitszentrum in der Flüchtlingssiedlung Nyumanzi in Uganda.

Gesundheitszentrum in der Flüchtlingssiedlung Nyumanzi in Uganda. Foto: UNHCR/J.Ose

Mit 1,8 Millionen Flüchtlingen ist der Südsudan die am schnellsten wachsende Flüchtlingskrise der Welt. Unter den Flüchtlingen sind 1 Million Kinder, die in Uganda, Sudan, Äthiopien, Kenia, der Demokratischen Republik Kongo und der Zentralafrikanischen Republik Schutz gesucht haben. Im Südsudan selbst sind weitere 2 Millionen Menschen auf der Flucht. Die Zahl der Menschen, die aus dem Südsudan fliehen, übersteigt sogar die pessimistischen Schätzungen humanitärer Organisationen.

„Erbitterte Gewalt und die sich verschlechternde humanitäre Lage im Südsudan vertreiben eine Rekordzahl von Menschen aus ihrer Heimat“, sagte UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi.

Gewalt, Dürre und Hunger
Die Situation im Südsudan verschlechtert sich zusehends. Eine Kombination aus Konflikt, Dürre und Hungersnot zwingt weiter Tausende Menschen zur Flucht aus einer der schlimmsten Krisensituationen der Welt.

„Das Leiden der südsudanischen Bevölkerung ist einfach unvorstellbar“, sagt WFP-Direktor David Beasley. „Sie stehen kurz vor dem Abgrund. Gewalt ist die Ursache für die Krise. Mitarbeiter von Hilfsorganisationen haben oftmals keinen Zugang zu den schutzbedürftigsten hungernden Menschen. Viele sterben aufgrund von Hunger und Krankheiten und viele weitere fliehen aus ihrer Heimat auf der Suche nach Sicherheit. Die Finanzierungssituation hat uns gezwungen die Lebensmittelrationen für viele Flüchtlinge in Uganda zu kürzen.“

Nachbarstaaten brauchen Unterstützung bei der Hilfe
UNHCR begrüßt die bemerkenswerte Großzügigkeit der Nachbarländer, die südsudanesische Flüchtlinge aufnehmen, ist aber gleichzeitig alarmiert wegen der sich verschärfenden Situation. Die akute Unterfinanzierung beeinträchtigt lebensrettende Maßnahmen, wie die Bereitstellung von sauberem Trinkwasser, Nahrungsmitteln, Unterkünften und Gesundheitsversorgung.

“Länder wie Uganda haben alles getan, was man erwarten kann, aber sie werden die Unterstützung für Flüchtlinge nur aufrechthalten können, wenn der Rest der Welt seine Unterstützung verstärkt“, warnt UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi in Genf. “Flüchtlingen zu helfen bedeutet nicht nur die Bereitstellung von Soforthilfe. Es bedeutet auch, Regierungen und Gemeinschaften in den Nachbarländern zu helfen, die Flüchtlinge aufnehmen und die lokale Wirtschaft und ihre Dienstleistungen zu unterstützen.”

Flüchtlinge aus dem Südsudan in den Nachbarländern:

  • Uganda 898.000
  • Sudan 375.000
  • Äthiopien 375.000
  • Kenia 97.000
  • Demokratischen Republik Kongo 76.000
  • Zentralafrikanische Republik 2.200