27.06.2015

Syrien: UNHCR schlägt Alarm: das Geld geht aus

Die Mittel für die Hilfe von 3,9 Millionen syrischen Flüchtlingen und mehr als 20 Millionen Menschen, die in den Gastkommunen der Nachbarländer leben, reicht nicht aus. Die Zusagen internationaler Geberländer kommen nur zögerlich an, so dass eine Finanzierungslücke von 3,47 Milliarden US-Dollar klafft, warnt das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR). UN-Flüchtlingskommissar António Guterres appellierte für mehr Solidarität und Verantwortung von der internationalen Gemeinschaft "als wir bislang gesehen haben."

Eine syrische Flüchtlingsfamilie aus Raqqa im Flüchtlingslager Suruc im Süden der Türkei. Foto: UNHCR/I.Prickett

Bislang sind von den benötigten 4,53 Milliarden US-Dollar, die für die Unterstützung der syrischen Flüchtlinge und Binnenvertriebenen benötigt werden, nur 23 Prozent (1,06 Milliarden US-Dollar) eingegangen.

Fast die Hälfte der Hilfsbedürftigen in dieser Krise sind Kinder.

"Wir haben so wenig Mittel, dass wir in den nächsten sechs Monaten nicht in der Lage sind, die grundlegendsten Überlebensbedürfnisse von Millionen von Menschen zu bedienen," so Guterres.

Die knappen Mittel haben schon jetzt schwerwiegende Folgen:

  • die Lebensmittelrationen für 1,6 Millionen Flüchtlinge mussten in diesem Jahr reduziert werden,
  • 750.000 Kinder gehen nicht zu Schule,
  • lebensrettende Gesundheitsmaßnahmen müssen gekürzt werden, darunter die die Vorsorgemaßnahmen für 70.000 schwangere Frauen.

Etwa 86 Prozent der Flüchtlinge in den jordanischen Städten kommen mit weniger als 2,80 Euro am Tag aus. 45 Prozent der Flüchtlinge im Libanon leben in unzureichenden Unterkünften.

 

Winterhilfe gefährdet

Schon jetzt sehen die Hilfsorganisationen die Winterhilfe gefährdet, wenn bis zu 1,7 Millionen Menschen auf Heizöl, Unterkünfte, Isoliermaterial, Decken und warme Kleidung angewiesen sind. Im vergangenen Winter, einer der Härtesten, den die Region in vier Jahrzehnten erlebte, verloren einige Menschen, darunter auch Kinder, ihr Leben.

Gastländer unter Druck

Der Druck auf die Gastländer wächst. Die Krise hat enorme soziale und ökonomische Auswirkungen auf Nachbarländer, in denen die politische, ökonomische und oziale Sicherheit gefährdet ist. Nach fünf Jahren hat die syrische Krise damit auch Auswirkungen auf die globale Stabilität und Sicherheit.

Es wird für syrische Flüchtlinge immer schwieriger einen sicheren Ort zu finden, in dem sie sicher sind. Das führt dazu, dass sie als einzigen Ausweg, die Flucht nach Europa sehen und die gefährliche Fahrt über das Mittelmeer wagen. Viele syrische Flüchtlinge haben dabei ihr Leben verloren. Die internationale Gemeinschaft muss deshalb ihren Beitrag leisten, Hilfsgelder zur Verfügung stellen und Möglichkeiten schaffen, Flüchtlinge aufzunehmen.