19.06.2017

Weltflüchtlingstag: Neuer Höchststand: 65,6 Millionen Menschen auf der Flucht

Zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni vermeldet das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) einen Höchststand: Ende 2016 waren 65,6 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg, Gewalt und Vertreibung - mehr als 300.000 Menschen als im Jahr zuvor und damit der höchste jemals registrierte Stand.

Weltflüchtlingstag 2017

Weltflüchtlingstag 2017 Foto: UNHCR

Unter den 65,6 Millionen sind 40,3 Millionen Menschen, die innerhalb des Heimatlandes geflohen sind, die größte Gruppe. Es folgen 22,5 Millionen Flüchtlinge und 2,8 Millionen Asylbewerber.Hinter diesen anonymen Zahlen sind die persönlichen Schicksale zahlloser Kinder, Frauen und Männer verborgen, die von Krieg und Vertreibung ins Elend gestürzt wurden.

Im Schnitt wird alle drei Sekunden jemand auf der Welt zur Flucht gezwungen.
Einer von 113 Menschen weltweit ist von Flucht und Vertreibung betroffen.

„Egal welchen Maßstab man nimmt, diese Zahl ist nicht zu akzeptieren“, betont UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi. „Wir müssen zusammen sicherstellen, dass die Flüchtlinge, Binnenvertriebenen und Asylsuchenden weltweit angemessen geschützt und versorgt werden.“

Die größten Krisen auf der Welt
Syrien bleibt weiterhin weltweit am stärksten von Flucht und Vertreibung betroffen: Zwölf Millionen Menschen (fast zwei Drittel der Gesamtbevölkerung) sind entweder Binnenvertriebene oder im Ausland als Flüchtlinge und Asylsuchende. Die bedeutendste neue Krise im vergangenen Jahr ist der Konflikt im Südsudan, wo 1,9 Millionen Menschen vor der Gewalt flüchten. Hinzu kommen fast zwei Millionen Binnenvertriebene, also Flüchtlinge im eigenen Land. Eine Million Südsudanesen sind aktuell von einer Hungersnot bedroht.

Jeder zweite Flüchtling ist ein Kind
Besonders schockierend ist die Tatsache, dass Kinder die Hälfte der weltweiten Flüchtlingsbevölkerung ausmachen. Im letzten Jahr wurden 75.000 Asylanträge von Kindern gestellt, die allein oder von ihren Eltern getrennt fliehen mussten.

Kinder wie Tareq, der allein vor Bewaffneten aus Syrien in die Türkei floh:
“Wo wir lebten, gab es keine Zukunft mehr”, erzählt Tareq. “Es gab keine Universität und keine Arbeit. Soldaten griffen Kinder wie mich auf. Sie schickten sie in den Krieg und sie wurden getötet. Ich wollte studieren.”

Obwohl im vergangenen Jahr viel über die Situation von Flüchtlingen berichtet wurde, die auf der Flucht nach Europa ihr Leben riskierten, leben die meisten Flüchtlinge – 84 Prozent – in Entwicklungsländern. Jeder dritte Flüchtling lebt in den ärmsten Ländern der Welt. Hier ist Hilfe und Unterstützung dringend nötig.

Aufgrund der katastrophalen Finanzierungslage - lediglich ein Fünftel der benötigten Hilfsgelder hat UNHCR bisher erreicht - droht jedoch eine dramatische Verschlechterung der humanitären Lage. Die UNO-Flüchtlingshilfe unterstützt deshalb verstärkt die Nothilfe für Flüchtlinge und Vertriebene: In diesem Jahr floss bereits eine Million Euro in die UNHCR-Operationen im Südsudan, um Hunger und Not zu bekämpfen. 2016 waren es insgesamt 2,8 Millionen Euro.

Am 20. Juni ist Weltflüchtlingstag. Bitte unterschreiben Sie unsere Petition an die Regierungen der Welt "Wir stehen zusammen - #WithRefugees“: www.uno-fluechtlingshilfe.de/weltfluechtlingstag