Mutter mit Kind

Flüchtlinge in Äthiopien

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+++  Ein in der Region Tigray entflammter Konflikt zwingt seit Anfang November zehntausende Menschen zur Flucht. Bei Hamdayet, einem Grenzübergang zum Sudan, stieg die Zahl der Flüchtlinge innerhalb weniger Tage auf 27.000. +++

Mehr zur aktuellen Lage in Tigray und wie der UNHCR hilft, erfahren Sie hier:

Krise in Tigray

Aufnahme von Geflüchteten trotz großer Not

Äthiopien gehört zu den afrikanischen Ländern, die am meisten Flüchtlinge aufgenommen haben. Ende Oktober 2020 lebten 796.437 Flüchtlinge und Asylsuchende im Land. Der Großteil kommt aus dem Südsudan, Somalia und Eritrea. Unter den Flüchtlingen in Äthiopien ist die Zahl der unbegleiteten Kinder und Jugendlichen besonders hoch. Sie machen etwa sechs Prozent der Flüchtlingsbevölkerung aus.

Doch gleichzeitig führen anhaltende Unsicherheit, interne Konflikte und Nahrungsmittelknappheiten dazu, dass in Äthiopien selbst viele Menschen auf der Flucht sind. Mit über 1,7 Millionen Binnenvertriebenen Ende 2019 steht Äthiopien auf Platz 9 der Länder mit den meisten in ihrem eigenen Land vertriebenen Menschen.

Dürren, Überschwemmungen und zuletzt eine Heuschreckenplage schmälern die Ressourcen des Landes zusehend und führen dazu, dass rund 8,4 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen sind.

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Junge Flüchtlingsfrau

Instabiler Frieden

2018 wurden die langen kriegerischen Auseinandersetzungen mit dem Nachbarstaat Eritrea mit einem Friedensvertrag offiziell beendet. Für die Aussöhnungspolitik mit Eritrea wurde Äthiopiens Regierungschef Abiy Ahmed 2019 mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Trotzdem haben die politischen Spannungen in Äthiopien nicht abgenommen. Vor allem in der Region Tigray kommt es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, wie zuletzt im November 2020.

Rund 1,3 Millionen äthiopische Flüchtlinge konnten im Jahr 2019 in ihre Heimat zurückkehren. Trotzdem lebten Ende des Jahres immer noch rund 95.600 äthiopische Flüchtlinge und 84.000 Asylsuchende außerhalb des Landes.

1,7
Millionen

Binnenvertriebene

8,4
Millionen

Menschen auf humanitäre hilfe angewiesen

1,3
Millionen

Rückkehrer

Integration Geflüchteter angestrebt

Die Regierung hat in den letzten Jahren einige Gesetze geändert, sodass die Integration der Geflüchteten erleichtert wird. Sie haben das Recht, Asyl zu beantragen, das Recht auf Arbeit, auf Freizügigkeit und haben Zugang zu den gleichen Dienstleistungen wie die Aufnahmegesellschaft. Flüchtlinge aus Eritrea, Südsudan, Sudan, Jemen und Somalia werden in einem beschleunigten Verfahren als Flüchtlinge anerkannt, ohne eine Anhörung durchlaufen zu müssen.

Die Mehrzahl der Flüchtinge leben in 26 Flüchtlingslagern. Fehle finanzielle Mittel führen dazu, dass nur die Hälfte der Bewohner in ausreichenden Unterkünften leben. In fast allen Flüchtlingslagern erhalten die Bewohner rund 19 Liter Wasser am Tag. In drei Lagern sind es nur knapp 15 Liter pro Tag. Die Flüchtlinge in Äthiopien erhalten im Durchschnitt nur etwa 84% der Mindeststandardration von 2.100 kcal. Dadurch liegt die akute Unterernährungsrate in den meisten Flüchtlingslagern weiterhin hoch.

Finanzielle Mittel sind nötig, um die Infrastruktur und die Bereiche Gesundheit, Bildung, Wasserversorgung und Umweltschutz auszubauen.

Wir passen aufeinander auf. Wir wissen nicht, wie unsere Zukunft aussehen wird.

Die 16-jährige Nyamach Lul und ihre Schwester Nyakoang sitzen vor ihrer Hütte Im Flüchtlingslager Jewi, Äthiopien. Sie flohen aus dem Südsudan, als ihr Dorf niedergebrannt und die Bewohner getötet wurden. Sie ließen ihre Familie und Freunde zurück. In Äthiopien leben mehr als 40.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

Was macht der UNHCR vor Ort?

Der UNHCR

  • führt Nothilfemaßnahmen durch, stellt die Versorgung von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen mit Unterkünften, Wasser, Lebensmitteln und medizinischer Versorgung sicher.
  • verteilt Hilfsgüter.
  • stellt den Flüchtlingen Energie zum Kochen, zur Beleuchtung und sonstigen Nutzung zur Verfügung. So wurden beispielsweise allein im Mai 2020 über 34.400 Stück Feuerholz an 3.900 Familien verteilt.
  • stellt Bargeldhilfen zur Verfügung. Damit Flüchtlinge ein Stück weit ihre Eigenständigkeit und Würde zurückerhalten.
  • unterstützt Flüchtlinge, die freiwillig in ihre Heimat zurückkehren möchten, beispielsweise durch Beratung und Bargeldhilfen. Für die meisten hat sich aber die Lage in ihrem Heimatland noch nicht so weit verbessert, dass sie zurückkehren können.
  • versucht so viele sogenannte Resettlement-Plätze wie möglich zur Verfügung zu stellen, um Flüchtlingen die die Umsiedlung in ein sicheres Drittland zu ermöglichen. Im Jahr 2020 stehen dafür 1.800 Plätze zur Verfügung.
Flüchtlingskinder auf Karren

So können Sie helfen

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