Iran

Flüchtlinge im Iran

Teilen

Eines der größten Aufnahmeländer weltweit

Die Islamische Republik Iran beherbergt nach wie vor eine der größten Flüchtlingspopulationen der Welt. Im Land leben knapp 1 Million afghanische Flüchtlinge (951.142, Dez 2019). Darüber hinaus leben über zwei Millionen Afghanen ohne Dokumente im Iran. Viele von ihnen seit mehreren Generationen. Neben den Flüchtlingen aus Afghanisten sind knapp 30.000 Flüchtinge aus dem Irak registriert.

97% der Schutzsuchende leben in Städten. Die restlichen 3% der Flüchtlinge leben in insgesamt 21 Flüchtlingslagern im Land verteilt.

Obwohl viele Vertriebene im Iran Schutz suchen, fliehen weiterhin auch viele Menschen wegen der politischen Lage aus dem Land. Im Jahr 2018 waren es 130.000.

 

951
Tausend

registrierte afghanische Flüchtlinge

480
Tausend

Flüchtlingskinder gehen zur Schule

28
Tausend

Flüchtinge aus dem Irak

Integration von Flüchtlingen

Die wirtschaftliche Lage im Iran ist instabil. Die internationalen Spannungen, u.a. die Sanktionen der USA, stellen den Iran vor große Herausforderungen. Das hat negative Auswirkungen auf die Flüchtlinge und Asylsuchende im Land sowie auf die Aufnahmegemeinschaften.

Trotz der aktuellen Wirtschaftslage hat sich die Regierung verpflichtet, die Integration von Geflüchteten weiter zu unterstützen und fortzusetzen:

  • Ausländischen Kindern soll der Zugang zu öffentliche Schulen erleichtert werden. Im Schuljahr 2019-2020 sind laut Schätzungen der Regierung ungefähr 480.000 Flüchtlinge und Kinder ohne offiziellen Status eingeschrieben.
  • Flüchtlinge sollen sich in die Krankenversicherung einschreiben können und
  • durch befristete Arbeitserlaubnisse sollen Flüchtlinge die Möglichkeit erhalten, ihren Lebensunterhalt selber zu verdienen.

 

Auf meinem Weg lagen viele Hindernisse, bis ich dahin gekommen bin, wo ich heute bin und ich werde weiterhin jede Herausforderung bewältigen, die sich mir in den Weg stellt.

Dr Feezeh Hosseini kam als Baby mit ihren Eltern aus Afghanistan in den Iran. Ganz nach Tradition heiratete sie mit 18 und bekam zwei Kinder. Gleichzeitig fing sie trotz hoher Studiengebühren an zu studieren und absolvierte ihr Medizinstudium mit Auszeichnung.

Sechs Jahre musste Feezeh warten, bis sie, auch dank der Intervention

des UNHCR, von den iranischen Behörden als Ärztin anerkannt wurde. Heute ist Feezeh Leiterin einer Gesundheitsstation und behandelt sowohl afghanische Flüchtlinge als auch die einheimische Bevölkerung.

Herausforderung COVID-19

Durch die Verbreitung des Coronavirus unter den am stärksten gefährdeten Gemeinschaften und die Maßnahmen zur Bekämpfung wird die ohnehin schon schwache Volkswirtschaft und das Gesundheitssystem stark belastet. Geflüchtete, die ihre Arbeit verlieren, weil sie im Iran in der Regel als Tagelöhner angestellt sind, haben nun noch weniger Möglichkeiten, ihren Alltag eigenständig zu bewältigen. Viele afghanische Flüchtlinge im Iran berichten von ernsthaften Schwierigkeiten beim Zugang zu Medikamenten und grundlegenden Lebensmitteln.

Um auf diese besondere Herausforderung zu reagieren, hat der UNHCR seine Arbeit angepasst. Es wurden Medikamente, medizinische Ausrüstung und Hygienematerial zur Verfügung gestellt.  Bis Ende April verteilte der UNHCR bereits Seife und Einweg-Papiertücher an etwa 7.500 Haushalte im ganzen Land.

Wie COVID-19 die Flüchtlingshilfe beeinträchtigt

Was macht der UNHCR vor Ort?

  • Unterstützung von Arbeitssuche und Start-Ups
  • Bargeldhilfen für besonders schutzbedürftige Personen, zur Deckung von Grundbedürfnissen.
  • Unterstützung von Regierungsmaßnahmen zur Förderung der Schulbildung und Gesundheitsvesorgung von Flüchtlingen
  • Unterstützung der freiwilligen Rückkehr von Flüchtlingen
  • Resettlementprogramme - Im Jahr 2020 können dadurch 120 Personen in ein sicheres Drittland umgesiedelt werden.