Nothilfe Irak
© UNHCR/Andrew McConnell

Hilfe im Irak

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Instabile Lage im Land

Die Situation im Irak hat sch in den vergangenen drei Jahren etwas stabilisert. Trotzdem steht das Land weiterhin vor großen Herausforderungen: politische Spannungen, eine Wirtschaftskrise, die durch die COVID-19-Pandemie und den Verfall der Ölpreise noch verstärkt wurde sowie die fortdauernde Sicherheitsbedrohung durch Terroranschläge radikalislamischer Gruppen wie der ISIS.

Folgen der Kämpfe heute noch spürbar

Bis heute leben noch immer fast 1,2 Millionen Menschen, als Binnenvertriebene im eigenen Land. 90 Prozent sind seit mehr als drei Jahren und 70 Prozent seit mehr als fünf Jahren vertrieben worden.

Viele Vertriebene konnten zwar wieder in ihre Heimatdörfer und –städte zurückgekehren, doch oft ist deren gesamte Lebensgrundlage zerstört. Nach der Rückkehr fehlt es an Wohnraum. Die Menschen haben keine Arbeit und nur begrenzten Zugang zu grundlegender Versorgung.

Flüchtlinge leben hauptsächlich in kurdischer Region

Über 260.000 Flüchtlinge suchen im Irak nach Schutz. Sie kommen zum größten Teil aus Syrien und leben in der autonomen kurdischen Region im Norden des Landes. Rund 37 Prozent der syrischen Flüchtlinge leben in Flüchtlingslagern, während 63 Prozent in städtischen, stadtnahen und ländlichen Gebieten leben.

Die syrischen Flüchtlinge leiden unter der schlechten wirtschaftlichen Situation, die durch die Corona-Pandemie noch verstärkt wurde. Fast jeder fünfte syrische Flüchtling ist auf Unterstützung in angewiesen. Bargeldhilfen sind darum ein wichtiger Bereich der Flüchtlingshilfe. Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge berichtet von Schwierigkeiten beim Zugang zu Gesundheitsdiensten.

Sicherheitslage im Irak bleibt angespannt

Der Wunsch nach Sicherheit und einer stabilen politischen Lage ist groß im Irak. Doch die weitverbreitete Korruption in den Rängen der Elite, die weitläufigen anarchischen Verhältnisse in Teilen des Landes und die fehlende Rechtssicherheit führen zu fehlendem Vertrauen der Bevölkerung in die Zentralregierung.

Gleichzeitig besteht weiterhin die Bedrohung durch islamradikale Terrorgruppen wie dem Islamischen Staat, die von der irakischen Armee vor allem im Westen und Norden des Landes bekämpft werden. Ein einheitliches und großflächiges Vorgehen wird jedoch durch die Auseinandersetzungen zwischen der Zentralregierung und der kurdischen Autonomregierung im Norden des Landes erschwert.

Rückkehr in zerstörte Dörfer

2020 beschloss die irakische Regierung die Schließung vieler Vertriebenenlager. Vielen Menschen blieb keine andere Wahl, als in ihre Dörfer und Städte zurückzukehren, obwohl es dort an grundlegenden Dienstleistungen fehlte und viele Häuser und die Infrastruktur zerstört waren.

Der UNHCR prüft mit seinen Partnern vor Ort die Bedürfnisse in den Dörfern und arbeitet mit der irakischen Regierung zusammen, um sicherzustellen, dass Rückkehrer Dokumente erhalten, Infrastruktur, Schulen und Straßen wieder aufgebaut werden und diejenigen, die nicht in ihre Heimat zurückkehren können, andere Ansiedlungsmöglichkeiten finden.

Wir fanden die Häuser in Trümmern vor. Sie standen drei oder vier Jahren leer. Die Häuser hier sind aus Lehm gebaut. Wenn man ein Lehmhaus über einen längeren Zeitraum nicht instand hält, stürzt es ein.

Der Bauer Dahi (68) floh vor ISIS und lebte drei Jahre in einem Lager für Binnenvertriebene. Als er endlich in sein Dorf zurückkehrte, war seine Heimkehr alles andere als das freudige Ereignis, das er sich lange vorgestellt hatte.

Was macht der UNHCR vor Ort?

Der UNHCR unterstützt die Regierung vor Ort bei der Registrierung und anschließenden Unterbringung und Versorgung der Schutzsuchenden und Geflüchteten.

In den Flüchtlingscamps arbeitet der UNHCR daran, angemessene Unterkünfte sicher zu stellen, und die Menschen mit Lebensmitteln und Wasser zu versorgen. Zudem ist es wichtig, dass Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen mit ausreichenden Kapazitäten vorhanden sind. Besonders geschützt werden Menschen, die durch sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt gefährdet sind. Der UNHCR stellt psychosoziale Hilfe und Rechtsberatung zur Verfügung.

Zudem kümmert sich der UNHCR darum, dass besonders gefährdete Flüchtlinge über das „Resettlement-Program“ in einem Drittstaat angesiedelt werden oder Bargeldhilfen im Rahmen des „Cash Assistance Program“ des UNHCR zur Verfügung gestellt bekommen.

Humanitäre Hilfe in Zahlen

(Januar-Mai 2022)

72.000 Flüchtlinge erhielten Bargeldhilfen, speziell um Lebensmittel zu kaufen.

Bis Januar erhielten 110.000 Flüchtlinge und Binnenvertriebene eine COVID-19-Impfung.

Im April erhielten 8.500 Flüchtlingsfamilien und Binnenvertriebene Bargeldhilfen, um ihre Grundbedürfnisse zu decken.

22.700 Flüchtlinge und Binnenvertriebene erhielten Rechtsbeistand.

Unterfinanzierung der Hilfsmaßnahmen

Der Bedarf des UNHCR für das Jahr 2022 liegt für den Irak bei 347 Millionen US-Dollar. 

Bis Juli 2022 waren nur 18 % des benötigen finanziellen Betrag für die Hilfen im Irak zusammengekommen. Dies bedeutet, dass die UNHCR-Maßnahmen stark unterfinanziert sind. Schon im Vorjahr waren die Hilfe des UNHCR unterfinanziert.
Wenn die finanziellen Mittel über einen längeren Zeitraum knapp ausfallen, müssen Hilfsmaßnahmen ausgesetzt werden und der UNHCR muss verschiedenen Projekte stoppen oder die die finanzielle Mittel kürzen. Besonders betroffen sind Programme im Bereich Gesundheit, Bildung und der Hilfe durch Bargeldhilfen.

Im Irak unterstützt der UNHCR Flüchtlinge und Binnenvertriebene mit Bargeldhilfen. Durch die starke Unterfinanzierung wird dieser Bereich verringert und Maßnahmen zur Integration von Flüchtlingen und Beinnenvertriebenen eingestellt werden. Unterkünfte für Vertriebene werden nicht entstehen und nur die Hälfte der Infrastrukturprogramme können umgesetzt werden.

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