Eine Frau läuft durch eine leicht verschneite Straße
© UNHCR/Lilly Carlisle
Eine Frau läuft durch eine leicht verschneite Straße
© UNHCR/Lilly Carlisle

Irak

1
Millionen

Menschen im Irak sind Binnenvertriebene (Januar 2026)

330.000
Tausend

Menschen im Irak sind Flüchtlinge und Asylsuchende, davon 90% Syrer*innen (Januar 2026)

91
Prozent

der Flüchtlinge leben in der autonomen Region Kurdistan (Januar 2026)

Fragile Stabilität in einem Land im Wiederaufbau 

Stand: Januar 2026

Obwohl sich die Sicherheitslage im Irak in Teilen verbessert hat, steht das Land weiterhin vor erheblichen humanitären und strukturellen Herausforderungen. 

Politische Instabilität, regionale Spannungen und wiederkehrende Sicherheitsvorfälle beeinträchtigen den Alltag vieler Menschen. Gleichzeitig belasten wirtschaftliche Krisen, hohe Arbeitslosigkeit, steigende Lebenshaltungskosten und eine unzureichende öffentliche Infrastruktur die Bevölkerung. 

Besonders in konfliktbetroffenen Regionen fehlen weiterhin grundlegende Dienstleistungen wie Gesundheitsversorgung, Bildung, Strom- und Wasserversorgung. Diese Faktoren verschärfen die humanitäre Lage und treffen Flüchtlinge, Binnenvertriebene und aufnehmende Gemeinden gleichermaßen.

Lehrerin in Erbil

Eiman, eine ehemalige Lehrerin aus Syrien, arbeitet heute lange Stunden in Erbil, um ihre Familie zu versorgen. 

Trotz täglicher Sorgen um Miete, Strom und die Bedürfnisse ihrer Kinder gibt ihr die Bargeldhilfe von UNHCR etwas Sicherheit – und hilft ihr, den Alltag in der Vertreibung zu bewältigen.

Leben zwischen Camps und Städten

Der Irak nimmt seit Jahren Menschen auf, die vor Gewalt und Verfolgung geflohen sind – vor allem aus dem benachbarten Syrien. Die meisten Geflüchteten leben in der Autonomen Region Kurdistan. 

Während ein Teil von ihnen in Flüchtlingslagern Schutz gefunden hat, lebt die Mehrheit in Städten und Gemeinden. Besonders in urbanen Zentren wie Erbil, Dohuk und Sulaymaniyah stehen viele Geflüchtete vor der Herausforderung, Wohnraum, Arbeit und Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen zu finden. 

Auch in anderen Teilen des Landes leben Geflüchtete überwiegend in städtischen Gebieten, häufig unter prekären Bedingungen.

Hilfe am Limit

Die humanitäre Hilfe steckt in einer schweren Finanzierungskrise. 

Weltweit verlieren Flüchtlinge den Zugang zu lebenswichtiger Hilfe – weil das Geld fehlt.

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Binnenvertriebene und Unterstützung durch UNHCR

Viele Menschen im Irak sind weiterhin innerhalb des Landes vertrieben. Unsicherheit, zerstörter Wohnraum, fehlende Einkommensmöglichkeiten und rechtliche Hürden erschweren ihnen eine sichere Rückkehr oder dauerhafte Integration.

UNHCR unterstützt Binnenvertriebene und Rückkehrer*innen durch Schutzmaßnahmen, den Zugang zu wichtigen Dokumenten sowie durch Programme zur sozialen und wirtschaftlichen Eingliederung. Ziel ist es, langfristige Perspektiven zu schaffen und betroffene Gemeinschaften nachhaltig zu stärken.

FAQ

Welche Rolle spielten bewaffnete Konflikte für die heutige Situation im Irak?

Jahrelange bewaffnete Konflikte – insbesondere die Gewalt durch den sogenannten „Islamischen Staat“ (IS) ab 2014 – führten zu massiven Vertreibungen, zur Zerstörung von Städten und Infrastruktur sowie zu tiefgreifenden gesellschaftlichen Spaltungen. Millionen Menschen mussten fliehen, viele verloren ihr Zuhause, ihre Existenzgrundlage und den Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen.

Warum können viele Binnenvertriebene bis heute nicht zurückkehren?

Auch nach dem Ende großflächiger Kampfhandlungen bestehen in vielen Herkunftsregionen weiterhin Hindernisse für eine sichere Rückkehr. Dazu zählen zerstörter Wohnraum, fehlende Arbeitsmöglichkeiten, unsichere Sicherheitslagen, eingeschränkter Zugang zu Dokumenten sowie soziale Ausgrenzung. UNHCR weist zudem auf Stigmatisierung und rechtliche Hürden hin, die insbesondere bestimmte Bevölkerungsgruppen betreffen.

Weshalb bleibt die humanitäre Lage trotz relativer Stabilität angespannt?

Obwohl sich die Sicherheitslage in Teilen des Landes verbessert hat, wirken die Folgen von Krieg und Vertreibung langfristig nach. Wirtschaftliche Krisen, hohe Arbeitslosigkeit, überlastete öffentliche Systeme und Defizite im Rechtsstaat verschärfen die Situation. Laut UNHCR sind es heute vor allem sozioökonomische Faktoren und fehlende Entwicklungsperspektiven, die Schutzbedarfe aufrechterhalten.

Regionale Entwicklungen

Auch in den Nachbarländern, vor allem in Syrien ist die Lage angespannt: 

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