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Nothilfe Irak
© UNHCR/Andrew McConnell

Nothilfe Irak

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Instabile Lage im Land

Der Irak steht weiterhin vor großen politischen Herausforderungen: politische Spannungen, zivilen Unruhen, Sicherheitsbedrohungen durch Terroranschläge sowie eine Wirtschaftskrise, die durch die COVID-19-Pandemie und den Verfall der Ölpreise noch verstärkt wurde. Im Oktober 2021 sind Parlamentswahlen geplant.

Die Sicherheitslage im Irak ist instabil, denn noch immer kommt es zu Terroranschlägen, die die Sorge vor einem Wiedererstarken radikalislamischer Gruppen verstärken. 

Das Land leidet noch immer unter den Folgen des Kampfes gegen den IS, der zwischen 2014 und 2017 große Gebiete im Norden und Westen des Irak beherrscht hatte. Damals flohen mehr als 6 Millionen Iraker*innen vor der Gewalt. Etwa 4,8 Millionen von ihnen sind seither wieder in ihre Heimatdörfer und –städte zurückgekehrt. Doch noch immer bleiben 1,2 Millionen Menschen, die als Binnenvertriebene in ihrem Land leben. Darüber hinaus unterstützt der UNHCR rund 300.000 Flüchtinge, die zum größten Teil (247.000) aus Syrien kommen.

  • 1,2 Millionen Iraker*innen sind im eigenen Land auf der Flucht.
  • Im Irak leben 270.392 Flüchtlinge.
    Der größte Teil, 246.000 Flüchtlinge, stammen aus Syrien. Der Rest kommt hauptsächlich aus der Türkei, dem Iran, Palästina und Sudan.
  • Im Irak leben 4,7 Millionen zurückgekehrte Flüchtlinge und Binnenvertriebenen. Oft sind nach der Rückkehr ihre gesamten Lebensgrundlagen zerstört. Sie haben keine Wohnung, keine Arbeit und nur begrenzten Zugang zu grundlegender Versorgung.
  • Über 570.000 irakische Flüchtlinge und Asylsuchende haben das Land verlassen. Stand: Juni 202

Da waren Scharfschützen und Bomben. Wir hatten immer Hunger. Es gab kein Wasser, kein Strom. Sie zerstörten alle unsere Häuser. Meinen Bruder nahmen sie mit – er ist nicht zurückgekehrt.

Zeina (30) floh mit ihrem Mann und den Kindern 2017 aus Mossul.

Flüchtlinge leben hauptsächlich in kurdischer Region

In der autonomen kurdischen Region im Norden des Landes leben über 91 Prozent der Flüchtlinge. Knapp 38 Prozent von ihnen leben in zehn Flüchtlingslager, während 62 % in städtischen Gebieten leben.

Rückkehr in zerstörte Dörfer

2020 beschloss die irakische Regierung die Schließung vieler Vertriebenenlager. Vielen Menschen keine andere Wahl, als in ihre Dörfer und Städte zurückzukehren, obwohl es dort an grundlegenden Dienstleistungen fehlte und viele Häuser und die Infrastruktur zerstört waren. 4,7 Millionen Flüchtlinge und Binnenvertriebene sind in ihre Heimat zurückgekehrt.

Der UNHCR und seine Partner prüfen die Bedürfnisse in den Dörfern und arbeitet mit der irakischen Regierung zusammen, um sicherzustellen, dass Rückkehrer Dokumente erhalten, Infrastruktur, Schulen und Straßen wieder aufgebaut werden und diejenigen, die nicht in ihre Heimat zurückkehren können, andere Ansiedlungsmöglichkeiten finden.

Wir fanden die Häuser in Trümmern vor. Sie standen drei oder vier Jahren leer. Die Häuser hier sind aus Lehm gebaut. Wenn man ein Lehmhaus über einen längeren Zeitraum nicht instand hält, stürzt es ein.

Der Bauer Dahi (68) floh vor ISIS und lebte drei Jahre in einem Lager für Binnenvertriebene. Als er endlich in sein Dorf zurückkehrte, war seine Heimkehr alles andere als das freudige Ereignis, das er sich lange vorgestellt hatte.

 

Was macht der UNHCR vor Ort?

Der UNHCR unterstützt die Regierung vor Ort bei der Registrierung und anschließenden Unterbringung und Versorgung der Schutzsuchenden und Geflüchteten.

Weitere Unterkünfte für Flüchtlinge und Binnenvertriebene werden benötigt.

In den Flüchtlingscamps arbeitet der UNHCR daran, angemessene Unterkünfte sicher zu stellen, und die Menschen mit Lebensmitteln und Wasser zu versorgen. Zudem ist es wichtig, dass Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen mit ausreichenden Kapazitäten vorhanden sind. Besonders geschützt werden Menschen, die besonders durch sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt gefährdet sind. Der UNHCR stellt psychosoziale Hilfe und Rechtsberatung zur Verfügung.

Zudem kümmert sich der UNHCR darum, dass besonders gefährdete Flüchtlinge über das „Resettlement-Program“ in einem Drittstaat angesiedelt werden oder Bargeldhilfen im Rahmen des „Cash Assistance Program“ des UNHCR zur Verfügung gestellt bekommen.

Humanitäre Hilfe in Zahlen

(Januar-Juli 2021)

11.900 Flüchtlinge und Binnenvertriebene erhielten ihre erste COVID-19-Impfung.

43.700 Flüchtlingsfrauen und -mädchen und Binnenvertriebenen erhielten Hygienesets.

11.600 Flüchtlingsfamilien, Binnenvertriebenen und Rückkehrer bekamen Bargeldhilfe, um ihre Grundbedürfnisse zu decken.

29.500 Flüchtlinge und Binnenvertriebene erhielten Rechtsbeistand.

Unterfinanzierung der Hilfsmaßnahmen

Der Bedarf des UNHCR für das Jahr 2021 liegt für den Irak bei 510 Millionen US-Dollar. 

Im Jahr 2020 waren die UNHCR-Maßnahmen im Irak stark unterfinanziert. Wenn finanzielle Mittel über einen längeren Zeitraum nicht ausreichen, müssen Hilfsmaßnahmen und Projekten gestrichen werden. Dazu ist es im Irak und in Nachbarländern gekommen. So wurden verschiedene Projekte gestoppt oder das Budget verringert. Besonders betroffen waren unter anderem Programmen in den Bereichen Gesundheit und Bildung. Wenn das Finanzierungsniveau weiterhin so gering ist, kann es zu weiteren Kürzungen kommen. So wären unter anderem die rechtliche Beratung für Binnenvertriebene im Irak, die Bargeldhilfe für Flüchtlinge in Ägypten und im Irak sowie das Winter-Hilfsprogramm in Ägypten, im Irak, in Jordanien, im Libanon und in Syrien betroffen.

Um den Flüchtlingen weiter helfen zu können, brauchen wir darum dringend Ihre Unterstützung!

Ausgabe von Hilfsgütern

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