Lebensgefährliche Flucht über das Meer
Stand Januar 2026
Schon seit Jahren fliehen Menschen aus den Krisenregionen der Welt über das Mittelmeer nach Europa – mit verheerenden Auswirkungen.
Jedes Jahr werden tausende Menschen als vermisst oder verstorben registriert. Die Zahl der Toten und Vermissten kann nur geschätzt werden und die genaue Zahl der Opfer wird für immer im Dunkeln bleiben.
Im Jahr 2015 erreichte die Zahl der über das Mittelmeer nach Europa gelangten Menschen mit über einer Million einen historischen Höchststand. Im Vergleich dazu ist die Zahl der Menschen, die 2025 über das Mittelmeer nach Europa gelangten, deutlich zurückgegangen – ebenso wie die Zahl der Todesopfer und Vermissten. Tortzdem bleibt die Flucht über das Mittelmeer lebensgefährlich. 2025 starben mindestens über 1.900 Menschen.
über das Meer in 2025
2025 verstorben oder vermisst
erreichten 2025 die Kanarischen Inseln
Weitere Informationen vom UNHCR zur Situation am Mittelmeer (auf Englisch) finden Sie hier.
Der UNHCR fordert eine stärkere Koordinierung und mehr Solidarität der EU-Mitgliedsstaaten sowie erhöhte Such- und Rettungskapazitäten und eine Regelung zur Anlandung. Denn der Schutz von Leben und grundlegenden Menschenrechten muss weiterhin Priorität haben. Die Rettung auf See ist ein humanitärer Imperativ und eine Verpflichtung nach dem Völkerrecht.
Warum wagen Menschen die lebensgefährliche Flucht?
Die grausamen Zahlen von Toten und Vermissten verdeutlichen, wie verzweifelt die Menschen sind, die ihr Leben bei einer Flucht über das Meer riskieren:
- Sie fürchten um ihr Leben.
- Sie suchen nach Schutz und einem Neuanfang.
- Sie sehen in ihrer Heimat oder den angrenzenden Nachbarländern keine Perspektive mehr – weder für sich, noch für ihre Kinder.
Darum wagen sie die Flucht in seeuntauglichen Schlauchbooten, begeben sich in die Hände skrupelloser Schlepperbanden und werden Opfer von Gewalt und Ausbeutung.
So hilft der UNHCR vor Ort
UNHCR-Helferinnen und Helfer sind sowohl in den betroffenen Regionen Afrikas, als auch in den Ankunftsländern Europas aktiv, um die Mittelmeerregion zu stabilisieren. Die UNO-Flüchtlingshilfe unterstützt deshalb Projekte des UNHCR für Schutzsuchende in und auf dem Weg nach Europa.
In Afrika (Algerien, Libyen, Niger, Nigeria, Äthiopien…):
- Versorgung der Flüchtlinge mit Nothilfegütern
- Identifizierung von und Hilfe für besonders schutzbedürftigen Personen
- Zusammenarbeit mit den Regierungen der betroffenen Länder und Unterstützung bei ihren internationalen Verpflichtungen
- Sensibilisierung und Aufklärung zu Risiken der Flucht
- Ausbildungsunterstützung für Küstenwachen
In Europa (Griechenland, Italien, Spanien…):
- Aufnahme und Begleitung von Asylsuchenden
- Versorgung mit Nothilfegütern
- Technische Hilfe bei Errichtung von Aufnahmezentren
- Identifizierung von und Hilfe für besonders schutzbedürftigen Personen, beispielsweise Minderjährige oder Opfer von Gewalt
- Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungsträger*innen, um auf Lösungen für Flucht- und Vertreibungssituationen hinzuwirken
- Verbesserung der Konditionen von Such- und Rettungsaktionen
So können Sie helfen
Sie möchten Menschen auf der Flucht zur Seite stehen?
Dann unterstützen Sie unsere lebensrettende Hilfe noch heute mit Ihrer Online-Spende. Jeder Beitrag hilft!