07.07.2017

Syrien: Zahl der Rückkehrer gestiegen

Trotz des anhaltenden Konflikts kehren immer mehr Menschen aus dem Ausland und auch innerhalb Syriens in ihre Heimatstädte und -dörfer zurück. Seit Januar 2017 waren es mehr als 470.000 Menschen.

Zwei Mädchen tragen in der zerstörten Stadt Aleppo Hilfsgüter für Rückkehrer und Binnenvertriebene nach Hause. Foto: UNHCR/H.Marouf

Innerhalb der ersten sechs Monate sind mehr als 440.000 Binnenvertriebene, also Menschen, die innerhalb des Landes auf der Flucht waren, in ihr Zuhause in Syrien zurückgekehrt. Gleichzeitig sind bereits über 31.000 syrische Flüchtlinge aus den angrenzenden Nachbarländern nach Syrien zurückgekehrt sind. Seit 2015 sind insgesamt circa 260.000 syrische Flüchtlinge, meist aus der Türkei, in den Norden Syriens zurückgekehrt.

UNHCR hat, angesichts der gestiegenen Zahl an Rückkehrern begonnen, seine operativen Kapazitäten innerhalb Syriens aufzustocken. Dabei steht im Vordergrund:

  • der Schutz der Vertriebenen,
  • die Hilfe beim Wiederaufbau der Infrastruktur,
  • die Verbesserung der Unterkünfte sowie
  • eine vestärkte Präsenz an den Grenzübergängen, um zu prüfen, ob die Flüchtlinge tatsächlich freiwillig zurückkehren.

Rückkehr bleibt vielerorts riskant
Obwohl aufgrund der Friedensgespräche in Astana und Genf Hoffnung besteht, dass sich die Lage in Syrien verbessert, ist die Rückkehr in weiten Teilen des Landes noch immer mit großen Risiken verbunden. Der Zugang zu Binnenvertriebenen innerhalb Syriens ist nach wie vor eine Herausforderung, da Hilfskonvois keinen regelmäßigen Zugang zu betroffenen Gebieten haben.

Weitere Herausforderungen für Flüchtlinge und Binnenvertriebene, die nach Syrien zurückkehren wollen, sind:

  • ein geringer Lebensunterhalt,
  • Wasser- und Nahrungsknappheit,
  • sporadische oder nicht-vorhandene Gesundheitsversorgung,
  • beschädigte oder zerstörte Schulen sowie
  • kein Zugang zu anderen grundlegenden sozialen Leistungen.

UNHCR wird zwar mit seinen Partnern zusammenarbeiten, um die Umstände in den zugänglichen Teilen Syriens zu verbessern, von der Rückkehr nach Syrien aus den Aufnahmeländern rät UNHCR zu diesem Zeitpunkt aber noch ab.

Die fünf Millionen Flüchtlinge, die in der Region Zuflucht gefunden haben, müssen auch weiterhin versorgt werden. Syrische Flüchtlinge müssen auch weiterhin Zugang zu Asyl bekommen und die Möglichkeit haben in ihren Gastgeberländern bleiben zu können.

Finanzielle Hilfe weiter erforderlich
Von den 304 Millionen US-Dollar, die UNHCR für die Hilfestellungen für Binnenvertriebene in Syrien benötigt, wurden bisher nur 33 Prozent (103 Millionen US-Dollar) bereitgestellt. UNHCR benötigt 2017 weitere 150 Millionen US-Dollar um seine Hilfslieferungen für Binnenvertriebene, Rückkehrer und andere vulnerable Personen innerhalb Syriens sicherzustellen.