EU Solidarität in der Seenotrettung und beim Schutz von Flüchtlingen und Migranten

UNHCR Central Mediterranean Sea Initiative (CMSI)

Im Hafen von Augusta (Sizilien) begleitet eine UNHCR-Mitarbeiterin eine syrische Flüchtlingsfrau und ihr Baby zur Erstaufnahmeeinrichtung. (Foto: UNHCR/F.Malavolta)
Im Hafen von Augusta (Sizilien) begleitet eine UNHCR-Mitarbeiterin eine syrische Flüchtlingsfrau und ihr Baby zur Erstaufnahmeeinrichtung. (Foto: UNHCR/F.Malavolta)

Das Mittelmeer fordert jedes Jahr erneut eine verheerende Zahl an Todesopfern. Viele derer, die das Risiko der lebensgefährlichen Überfahrt auf sich nehmen – darunter eine immer größer werdende Zahl syrischer Flüchtlinge – brauchen internationalen Schutz. Besonders Frauen, Kinder und ältere Menschen sind auf der Überfahrt gefährdet. Doch mangelnder Schutz und Sicherheit in Erstasyl- und Transitländern, der Wunsch wieder mit Familienangehörigen zusammen zu leben sowie fehlende wirtschaftliche Chancen und Bildungsmöglichkeiten lassen immer mehr Menschen diese gefährliche Reise auf sich nehmen.

Die Tragödie in Zahlen:

  • 2016 haben rund 360.000 Menschen das Mittelmeer überquert, über 5.000 verloren dabei ihr Leben
  • Über 75 Prozent der Schutzsuchenden stammen aus Kriegs- und Krisengebieten.
  • Aktuelle Zahlen finden Sie hier: Zum Datenportal von UNHCR

Diese dramatische Situation an den Außengrenzen der EU erfordert dringend ein gemeinschaftliches Handeln. Zum Schutz von Menschenleben schlägt UNHCR 12 konkrete Schritte auf drei Ebenen vor:

Im Folgenden eine kurze Zusammenfassung. Das komplette Dokument finden Sie in englischer Sprache hier zum Download: CMSI Action Plan

Vorschläge für die Europäische Union

  • Such- und Rettungskapazitäten, die der Seenotrettung im Mittelmeer dienen, stärken.
  • Kapitäne von Handelsschiffen ermutigen, Bootsflüchtlinge zu retten, ohne dass sie strafrechtliche Verfolgung und/oder finanzielle Belastungen befürchten müssen.
  • Wirksamere und planbare Mechanismen etablieren, die helfen, sichere Orte zu ermitteln, wo gerettete Flüchtlinge und Migranten an Land gehen können.
  • Aufnahmeeinrichtungen ausbauen und zusätzliche Einrichtungen errichten, wo Flüchtlinge Hilfe und Unterstützung erhalten.
  • Mechanismen entwickeln, die jedem, der internationalen Schutz benötigt, Zugang zu einem fairen und effizienten Asylverfahren ermöglicht.
  • Personen, die internationalen Schutz benötigen, sollen Zugang zu dauerhaften Lösungen bekommen.
  • Diejenigen, die keinen internationalen Schutz benötigen oder keine zwingenden humanitären Bedürfnisse haben, sollen bei einer rechtzeitigen Rückkehr in Sicherheit und Würde unterstützt werden.

Vorschläge für die Zusammenarbeit mit Transitländern und Erstasylländern

  • Verstärkte Erfassung, Analyse und Weitergabe von Daten über die Bewegungen auf dem Seeweg in der Mittelmeerregion, mit dem Ziel mehr über die Routen, Motive und Profile der Ankommenden zu erfahren.
  • Erstasyl- und Transitländern sollen dabei ermutigt werden, ihre Kapazitäten und Institutionen aus- bzw. aufzubauen, die ihnen helfen, ihre völkerrechtlichen Pflichten wahrzunehmen.
  • Informationskampagnen sollen die Menschen in ihren Heimatländern und entlang der Transitrouten über die Risiken informieren, die eine Überfahrt über das Mittelmeer mit sich bringt - ggfs. in Zusammenarbeit mit Diaspora-Organisationen.
  • Es sollen legale Migrationsalternativen geschaffen werden, die dazu beitragen, die Menschen vor einer gefährlichen und rechtswidrigen Überfahrt über das Mittelmeer abzuhalten.

Vorschläge zur Zusammenarbeit mit den Herkunftsländern

  • Entwicklungs- und Hilfsprogramme sollen fortgeführt und ausbebaut werden.

Das komplette Dokument finden Sie in englischer Sprache hier zum Download: CMSI Action Plan

 

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