Seenotrettung Flüchtlingskrise Mittelmeer
© UNHCR/Andrew McConnell

Flüchtlingskrise Mittelmeer

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Flucht nach Europa

(Stand 7.2024)
Schon seit Jahren fliehen Menschen aus den Krisenregionen der Welt über das Mittelmeer nach Europa – mit verheerenden Auswirkungen. Jedes Jahr werden tausende Menschen als vermisst oder verstorben registriert. Ab 2016 sank die Zahl der über die Mittelmeerroute ankommenden Personen, seit 2021 steigt jedoch die Zahl der Ankommenden sowie der als vermisst oder verstorben gemeldeten Menschen wieder an.

2023 starben oder verschwanden laut dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) mindestens 4.110 Menschen. Die Zahl der Toten und Vermissten können nur geschätzt werden und die genaue Zahl der Opfer wird für immer im Dunkeln bleiben. 270.180 Flüchtlinge und Migrant*innen erreichten im letzten Jahr die Küsten Europas. In der ersten Hälfte des Jahres 2024 waren es bereits rund 81.800 Neuankömmlinge.

Ankünfte über die Mittelmeerroute

Anzahl der Vermissten oder Verstorbenen auf See

Quelle: UNHCR

Der UNHCR fordert eine stärkere Koordinierung und mehr Solidarität der EU-Mitgliedsstaaten sowie erhöhte Such- und Rettungskapazitäten und eine Regelung zur Anlandung. Denn der Schutz von Leben und grundlegenden Menschenrechten muss weiterhin Priorität haben. Die Rettung auf See ist ein humanitärer Imperativ und eine Verpflichtung nach dem Völkerrecht.

Weitere Informationen zur Seenotrettung

270.180
Ankünfte

2023

4.110
Menschen

2023 verstorben / vermisst

40.330
Geflüchtete

erreichten 2023 die Kanarischen Inseln

Warum wagen Menschen die lebensgefährliche Flucht?

Die grausamen Zahlen von Toten und Vermissten verdeutlichen, wie verzweifelt die Menschen sind, die ihr Leben bei einer Flucht über das Meer riskieren: Sie fürchten um ihr Leben. Sie suchen nach Schutz und einem Neuanfang. Sie sehen in ihrer Heimat oder den angrenzenden Nachbarländern keine Perspektive mehr – weder für sich, noch für ihre Kinder. Darum wagen sie die Flucht in seeuntauglichen Schlauchbooten, begeben sich in die Hände skrupelloser Schlepperbanden und werden Opfer von Gewalt und Ausbeutung.

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Seenotrettung Flüchtlingskrise Mittelmeer

Eine europäische Lösung ist noch nicht in Sicht

Eine europäische Einigung über den Umgang mit den Flüchtlingen ist in den vergangenen Monaten diskutiert, aber noch nicht verabschiedet worden. Die Notleidenden sind die Flüchtlinge, die sich in einer Sackgasse befinden. Zurückkehren können sie nicht, aber einen Zufluchtsort haben viele von ihnen auch noch nicht gefunden.

Der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen, Filippo Grandi, appellierte deshalb an die Regierungen dieser Welt endlich zu handeln, denn solange es keine legalen Alternativen gibt, werden Flüchtlinge sich weiterhin in die Hände von Schlepperbanden begeben und ihr Leben riskieren.

Maßnahmen zu ergreifen, um die Zahl der Flüchtlinge und Migranten, die in Europa ankommen, zu reduzieren, ohne gleichzeitig Frieden, Entwicklung und sichere Wege zu verstärken, ist moralisch inakzeptabel.
Filippo Grandi

 

Fluchtrouten verlagern sich

Je nach Situation und Risiko verändern sich die Routen, die die Menschen über das Mittelmeer wählen, in jedem Jahr. Während 2016 die meisten Ankünfte über den Seeweg in Griechenland zu verzeichnen waren, stieg 2018 die Zahl der Neuankömmlinge in Italien und Spanien.

Auf den Kanarischen Inseln in Spanien kamen 2023 40.330 Flüchtlinge und Migrant*innen an. 2022 waren es 15.617 Personen. Auf dem Weg über den Atlantischen Ozean kamen 2023 mindestens 868 Menschen ums Leben oder werden seither vermisst.

Sowohl die Ankunftsländer, als auch die Ländern, in denen die Menschen ihre Überfahrt starten, ändern sich jedes Jahr. So stieg die Zahl der Ankünfte aus Tunesien zwischen Januar und November 2023 um 300 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, während sie von Libyen ungefähr gleich blieb.

Der Grund für die Verlagerung der gewählten Fluchtrouten liegt sicher daran, dass Asylsuchende, die den Seeweg nach Griechenland wählten, sich häufig in überfüllten Aufnahmelagern auf Inseln wie Lesbos mit langen Wartezeiten wiederfanden. Berichte über Push-Backs auf Seerouten und Landesgrenzen sind ebenfalls Entscheidungsfaktoren. Wer versucht, das Meer nach Italien zu überqueren, muss damit rechnen, von der libyschen Küstenwache abgefangen und inhaftiert zu werden.

Weitere Informationen vom UNHCR zur Situation am Mittelmeer (auf Englisch) finden Sie hier.

Unsere Hilfe rund um das Mittelmeer

So hilft der UNHCR vor Ort

UNHCR-Helferinnen und Helfer sind sowohl in den betroffenen Regionen Afrikas, als auch in den Ankunftsländern Europas aktiv, um die Mittelmeerregion zu stabilisieren. Die UNO-Flüchtlingshilfe unterstützt deshalb Projekte des UNHCR für Schutzsuchende in und auf dem Weg nach Europa.

In Afrika (Algerien, Libyen, Niger, Nigeria, Äthiopien…):

  • Versorgung der Flüchtlinge mit Nothilfegütern
  • Identifizierung von und Hilfe für besonders schutzbedürftigen Personen
  • Zusammenarbeit mit den Regierungen der betroffenen Länder und Unterstützung bei ihren internationalen Verpflichtungen
  • Sensibilisierung und Aufklärung zu Risiken der Flucht
  • Ausbildungsunterstützung für Küstenwachen
     

In Europa (Griechenland, Italien, Spanien…):

  • Aufnahme und Begleitung von Asylsuchenden
  • Versorgung mit Nothilfegütern
  • Technische Hilfe bei Errichtung von Aufnahmezentren
  • Identifizierung von und Hilfe für besonders schutzbedürftigen Personen, beispielsweise Minderjährige oder Opfer von Gewalt
  • Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungsträger*innen, um auf Lösungen für Flucht- und Vertreibungssituationen hinzuwirken
  • Verbesserung der Konditionen von Such- und Rettungsaktionen

 

Junge am Strand

So können Sie helfen

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