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© UNHCR/Antoine Tardy

Aufnahmeland Uganda

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Größtes Aufnahmeland Afrikas

Stand: 19.07.2022

Mit über 1,5 Millionen Flüchtlingen im Land ist Uganda auch im Jahr 2021 das größte Flüchtlingsaufnahmeland in Afrika und das viertgrößte Aufnahmeland weltweit.

Die meisten von ihnen stammen aus dem Südsudan. Über 850.000 Menschen flohen von dort nach Uganda. Rund 460.000 weitere Flüchtlinge überquerten wegen der täglichen Gewalt und der Unsicherheit die Grenzen von der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo). Darüber hinaus befinden sich zehntausende Flüchtlinge aus Burundi sowie Somalia in Uganda.

Die meisten Flüchtlinge leben nach ihrer Flucht nach Uganda in Gastgemeinden in kleineren Siedlungen. Nur wenige Flüchtlinge leben in größeren Städten wie Kampala. Über 80 Prozent von ihnen sind Frauen und Kinder.

Gastfreundschaft im Land fördert die Integration

Viele Maßnahmen belegen die Gastfreundlichkeit Ugandas gegenüber den Flüchtlingen. Die fortschrittliche Flüchtlingspolitik gibt Flüchtlingen in Uganda das Recht auf Selbstbestimmung, auf Arbeit und Unternehmensgründung sowie den Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen wie Gesundheitsversorgung und Bildung.

Um die Integration von Flüchtlingen zu fördern, versuchen die Behörden in Uganda die Unterbringung von Menschen in Flüchtlingslagern zu vermeiden. Aus diesem Grund erhält jeder Neuankommende ein Grundstück, um dort zu wohnen und Lebensmittel anzubauen.

Seit 2017 werden die Asylanträge von Menschen aus dem Südsudan und aus dem Kongo in Uganda in einem beschleunigten Verfahren bearbeitet, ohne dass eine Anhörung erforderlich ist. Somit werden sie schneller als Flüchtlinge anerkannt und ihr Asylstatus bestätigt.

Herausforderung COVID-19

Uganda schloss zunächst im März 2020 seine Grenzen, um die Ausbreitung von COVID-19 einzudämmen. Bei der Ankunft an der Grenze wurden alle Asylsuchenden einer Sicherheits- und Gesundheitsuntersuchung unterzogen und begaben sich in eine 14-tägige Quarantäne. Dort konnten sie mit Nahrungsmitteln und grundlegenden Hilfsgütern versorgt werden.

Flüchtlinge sind vom wirtschaftlichen Abschwung aufgrund der Corona-Maßnahmen mit am stärksten betroffen. Viele berichten davon, dass sie sich Essen und ihre Miete nicht mehr leisten können. Darunter auch Mariney aus dem Kongo: "Im Moment ist für uns Flüchtlinge der Hunger die größte Sorge", erzählt sie. "Wenn wir rausgehen, riskieren wir, uns mit dem Coronavirus zu infizieren. Wenn wir zu Hause bleiben, wird der Hunger uns töten. Das ist schlimmer als Krieg."

Die Regierung verteilt Nahrungsmittel im Rahmen eines Unterstützungsprogramms für einkommensschwache Haushalte, aber der Bedarf für lokale Gemeinschaften und Flüchtlinge in der Region ist enorm.

Flüchtlinge in der Corona Pandemie

Flüchtlinge sind weiterhin besonders verletzlich

Aufgrund der hohen Zahl an Flüchtlingen, die Uganda aufgenommen hat, werden die Ressourcen des Landes stark belastet.

Das betrifft zum Beispiel die Versorgung der Flüchtlinge mit sauberem Wasser. In Uganda stehen jedem Flüchtling durchschnittlich nur 17,1 Liter Trinkwasser am Tag zu Verfügung. Im Vergleich verbraucht ein Mensch in Deutschland durchschnittlich 120 Liter am Tag.

Auch die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt des Landes bleibt in Uganda eine Herausforderung. Eine Studie der Weltbank aus dem Jahr 2018 schätzte, dass 4 von 5 Flüchtlingen arbeitslos sind und die Löhne der Flüchtlinge 35 bis 45 Prozent unter denen der Aufnahmebevölkerung liegen.

Bildung

58% der Flüchtlinge in Uganda sind Kinder im Schulalter (3-17 Jahre). Kinder und Jugendliche erhalten oftmals keine angemessene Schulbildung, da Klassenräume und Lehrkräfte fehlen. Ende 2019 gingen 25 Prozent der Kinder im Grundschulalter und 86 Prozent der Kinder im Sekundarschulalter nicht zur Schule. Durchschnittlich 18 Prozent der Schülerinnen und Schüler waren in niedrigeren Klassenstufen eingeschrieben als für ihr Alter erwartet.

Besonders Mädchen brechen oft die Schule ab. Frühe Verheiratung und Schwangerschaften machen es ihnen oftmals unmöglich zur Schule zu gehen.

Anfang 2021 befanden sich unter den Flüchtlingen in Uganda zudem fast 40.000 unbegleitete Minderjährige. Es ist besonders wichtig, diese Kinder zu registrieren, um ihnen eine umfassende Hilfe entsprechend ihrer Bedürfnisse zu bieten.

Ich fühle mich gut dabei, anderen Flüchtlingen in diesen schweren Zeiten zu helfen.

Sabuni floh aus der DR Kongo nach Uganda. Sie unterrichtet, berät und betreut Frauen und Überlebende sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt. 2020 erhielt Sabuni den Nansen Refugee Award für die Region Afrika.

Was macht der UNHCR vor Ort?

Der UNHCR erarbeitet gemeinsam mit der Regierung passende Lösungen für die Integration der Flüchtlinge in Uganda.

Der UNHCR

  • erfasst Flüchtlinge seit 2018 biometrisch, um die Registrierung und die weitere Bereitstellung von Hilfsleistungen durch Hilfsorganisationen zu erleichtern.
  • bietet gemeinsam mit seinen Partnern Unterricht in über 250 Schulen im Land an und unterstützt Kinder beim Zugang zu Bildung.
  • stellt Wasser-, Sanitär- und Hygienedienste für Flüchtlings- und Aufnahmegemeinschaften bereit.
  • bietet Betroffenen sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt psychosoziale Unterstützung, medizinische Hilfe und Rechtsbeistand.
  • unterstützt Flüchtlinge, die freiwillig in ihre Heimat zurückkehren möchten, sofern die Bedingungen im Herkunftsland eine Rückkehr zulassen.
  • fördert das sogenannte Resettlement von Flüchtlingen, für die eine Rückkehr in ihr Heimatland nicht möglich ist. Ziel ist, dass sie in einem Drittland ein neues Leben beginnen können.

Unterfinanzierung gefährdet Hilfsmaßnahmen

Um die Hilfe für Flüchtlinge in Uganda finanzieren zu können, benötigt der UNHCR für 2022 343 Millionen US Dollar. Doch das Hilfsprogramm ist chronisch unterfinanziert. Bis Ende Mai waren nur 17 Prozent des Bedarfes gedeckt.

Von der Unterfinanzierung stark betroffene Hilfsmaßnahmen

65 Millionen US-Dollar
Förderung von Eigenständigkeit, Sicherung des Lebensunterhalts

Kürzungen in der Unterstützung für den Lebensunterhalt, einschließlich der landwirtschaftlichen Betriebsmittel, die für die Nutzung des zugewiesenen Landes entscheidend sind.

43 Millionen US-Dollar
Zugang zu Schulen und Bildung

Lehrergehälter können nicht mehr gezahlt werden. Dies führt zu weniger Lehrern und damit zu einer zusätzlichen Belastung für bereits überfüllte Klassenzimmer. Das Risiko steigt, dass insbesondere Mädchen die Schule abbrechen und somit Gafahren wie frühe Kinderheirat oder geschlechtsspezifische Gewalt nach sich ziehen.

42 Millionen US-Dollar
Gesundheit

Die Erfolge bei der Senkung der U5- und Müttersterblichkeit werden zunichte gemacht, während die Unterernährung von Kindern zunehmen wird.

Um Flüchtlingen weiter helfen zu können, brauchen wir dringend Ihre Unterstützung!

Uganda, Jungen in der Schule

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