Helfen, wo es am Nötigsten ist

Weltweit sind Flüchtlinge dringend auf unsere Hilfe angewiesen. Bitte helfen Sie mit Ihrer regelmäßigen Spende!

Starten Sie Ihre eigene Spendenaktion

Gemeinsam ist man stärker. Das gilt auch beim Spenden. Engagieren Sie sich aktiv für Flüchtlinge und starten Sie Ihre eigene Spendenaktion!

Aktion starten
Sahelzone

Fluchtroute Sahelzone

Teilen

Marodierende Banden und Gewalt zwingen zur Flucht

Viele der Länder in der Sahelzone sind von Gewalteskalationen betroffen, bei denen sich noch kein Ende abzeichnet. Terroristische Organisationen und andere kriminelle Gruppen nutzen die instabile Situation der Staaten und die ethnischen Spannungen in der Bevölkerung aus.

Die Sahelzone

Die Sahelzone (der Sahel) erstreckt sich über 7000 km von der Atlantikküste im Westen bis zum Roten Meer im Osten und ist ca. 800 km breit.

In der Sahelzone liegen sieben Staaten: Senegal, Mauretanien, Mali, Burkina Faso, Niger, der Tschad und der Sudan. Teilweise werden außerdem Nigeria, Äthiopien, Gambia, Eritrea und Djibouti hinzugezählt.

Verschiedene Fluchtrouten innerhalb der Sahelzone

Um in sicherere Gebiete zu gelangen, flüchten die Schutzsuchenden über die südliche Route nach Südafrika, über die östliche Route in die Golfstaaten oder afrikanische Nachbarstaaten, oder über die nördliche Route über Libyen in die Europäische Union.

Von Nigeria und Mali aus schlängeln sich die Routen Richtung Norden nach Libyen. Nicht selten verläuft die Route westlich über Algerien nach Libyen, um die verschärften Grenzkontrollen an der nigerianisch-libyschen Grenze zu umgehen.

 

Herausforderung COVID-19

Die hygienischen Bedingungen in den Flüchtlingslagern und -siedlungen in der Sahelzone sind in den meisten Fällen schwierig und eine ausreichende medizinische Versorgung der Flüchtlinge bei einer schnellen Ausbreitung der Krankheit kaum möglich.

Der UNHCR hat mit der Verbesserung der medizinischen Kapazitäten und der Verteilung von notwendigem Material begonnen. Gleichzeitig wird Personal ausgebildet und Informationskampagnen für die Bevölkerung durchgeführt, um die notwendigen Hygieneregeln - Händewaschen, Abstand halten - einzuhalten.

Weitere Informationen

Wer ist auf den Fluchtrouten in der Sahelzone unterwegs?

Experten beschreiben die Fluchtbewegungen in der Sahelzone als „gemischte Migration“. Einerseits fliehen die Menschen vor Konflikten und Gewalt innerhalb oder außerhalb ihrer Herkunftsländer. Darunter befinden sich zum Beispiel Mali, Burkina Faso, Eritrea und der Sudan.

Im Sudan lag die Zahl der Binnenvertriebenen im Februar 2020 bei fast 2 Millionen Menschen. Gleichzeitig nahm der Sudan rund eine Millionen Flüchtlinge auf. In Burkina Faso wurden seit Januar 2019 über 838.000 Menschen innerhalb ihres Landes vertrieben, im Nachbarland Mali waren es über 200.000 Menschen.

Andererseits befinden sich auf der Fluchtroute Migrant*innen, die ihre Herkunftsländer aufgrund der desolaten wirtschaftlichen Situationen und fehlenden Zukunftsperspektiven verlassen haben.

Die Bedingungen auf den Fluchtrouten sind herausfordernd

Die wenigsten afrikanischen Flüchtlinge machen sich auf den Weg nach Europa. Und selbst wenn, ist die Überfahrt über das Mittelmeer nur der letzte Schritt einer langen und gefährlichen Flucht. Viele Menschen durchqueren vorher die Wüste, oder Orte, in denen Krieg herrscht. Dort sind sie Menschenhändlern, Inhaftierungen und Folter schutzlos ausgeliefert. Besonders in Libyen ist die Situation dramatisch. Das Land wird seit Jahren von Konflikten erschüttert. Zurzeit werden tausende Flüchtlinge und Migrant*innen in Libyen in Internierungslagern festgehalten.

Wir gehen davon aus, dass vermutlich mindestens doppelt so viele Menschen auf dem Weg zum Mittelmeer sterben als im Mittelmeer selbst.

Vincent Cochetel, Sondergesandter des UNHCR für das Mittelmeer und Libyen

Im Grenzdreieck zwischen Mali, Niger und Burkina Faso, ist die Bevölkerung besonders stark von Gewalt und gesellschaftlichen Spannungen betroffen. Häufig greifen bewaffnete Gruppen wahllos staatliche Institutionen, Schulen und Gesundheitseinrichtungen an. Viele Menschen müssen somit mehrfach fliehen, da die Orte, an denen sie Schutz suchen, ebenfalls von Gewalt geprägt sind. Unter anderem in Burkina Faso, Mali und Niger bekennt sich der Islamische Staat immer wieder zu verübten Anschlägen. Die Regierungen von fünf Staaten (Burkina Faso, Tschad, Mali, Mauretanien und Niger) vereinbarten Verpflichtungen zum Schutz der Zivilbevölkerung in der Sahel-Zone. Die gewaltsamen Konflikte innerhalb der Bevölkerung sollen verringert und der Zugang zu einem Asylverfahren ermöglicht werden.

Unser Dorf ist leer. Alle sind hier.

Barra Souleyman floh im Februar 2019 vor bewaffneten Männern aus seinem etwa 100 km nördlich gelegenen Dorf in Burkina Faso in ein Flüchtlingslager. Die Angreifer sagten, sie hätten nur ein paar Stunden um fortzukommen.
Burkinabe berichten von immer mehr Angriffen auf Dörfer, bei denen Menschen getötet, Frauen vergewaltigt und Häuser geplündert werden.

Die meisten Vertriebenen bleiben innerhalb ihrer Heimat oder flüchten in direkte Nachbarländer. So kommt es dazu, dass viele Länder, aus denen die Menschen fliehen, gleichzeitig sehr viele Flüchtlinge aufnehmen. Viele Länder zeigen sich gastfreundlich gegenüber den Schutzsuchenden. In einigen Fällen wurden jedoch zentrale Grundsätze des Flüchtlingsschutzes gebrochen. So führten einige Länder strenge Grenzkontrollen durch, wodurch Menschen, die internationalen Schutz bedürftigen, keinen Asylantrag stellen konnten.

Die Notlage ist hier, in der Sahelzone, wo Menschen leiden, getötet werden, Frauen vergewaltigt werden, Kinder nicht zur Schule gehen können. Die Sahelzone ist der Ort, an dem wir eingreifen müssen, bevor diese Krise unbeherrschbar wird.

Filippo Grandi, seit 2016 der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen

Was macht der UNHCR vor Ort?

Die Unsicherheit in den Ländern blockiert vielerorts die humanitäre Hilfe, da die Helfer*innen nur eingeschränkten Zugang zu den bedürftigen Menschen haben. Sowohl die Geflüchteten als auch die Aufnahmegemeinschaften sind jedoch dringend auf Unterkünfte, Nahrung, Wasser und Gesundheitsversorgung angewiesen. Der UNHCR arbeitet mit Regierungen vor Ort zusammen, um Schutz auf verschiedenen Fluchtrouten zu gewährleisten. In den Städten versucht der UNHCR, sich Lagebilder zu verschaffen, um auf die unmittelbarsten Bedürfnisse eingehen zu können.

In Flüchtlingslagern, wie zum Beispiel in Burkina Faso, sind UNHCR-Teams vor Ort und sorgen für Sicherheit und eine ausreichende Versorgung der Menschen. Außerdem unterstützt der UNHCR die Länder bei der Registrierung Schutzsuchender, sodass sie Ausweisdokumente erhalten können. Anschließend hilft der UNHCR bei der Integration in die lokalen Gemeinden, sodass die Flüchtlinge möglichst schnell unabhängig werden können. So versucht der UNHCR beispielsweise, Kindern und Jugendlichen Zugang zu Bildung zu ermöglichen und beteiligt sich an der Instandhaltung der Schulinfrastruktur.

Um Ihr Erlebnis auf unserer Webseite zu verbessern, aber auch für Analysen und zu Werbezwecken, verwenden wir Cookies. Nähere Informationen dazu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen.

Impressum   Datenschutzerklärung