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Aufnahmeland Uganda

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Größtes Aufnahmeland Afrikas

Mit über 1,4 Millionen Flüchtlingen im Land ist Uganda auch im Jahr 2020 das größte Flüchtlingsaufnahmeland in Afrika und das viertgrößte Aufnahmeland weltweit.

Der Konflikt im Südsudan hat über 885.000 Menschen zur Flucht nach Uganda gezwungen. 418.000 Menschen überquerten wegen der täglichen Gewalt und der Unsicherheit die Grenzen von der Demokratischen Republik Kongo (DRKongo). Über 49.000 Menschen flüchteten vor der politischen Instabilität und den Menschenrechtsverletzungen aus Burundi nach Uganda. Knapp 41.000 Flüchtinge in Uganda kommen aus Somalia.

Die meisten Flüchtlinge leben nach ihrer Flucht nach Uganda in Gastgemeinden in kleineren Siedlungen. Einige wenige Flüchtlinge leben in größeren Städten wie Kampala. 62 Prozent der Flüchtlinge sind unter 18 Jahren alt.

Herkunftsländer

1,4
Millionen

aufgenommende Flüchtlinge

51
Prozent

der Flüchtlinge sind im Schulalter

17,1
Liter

Wasser pro Person am Tag

Gastfreundschaft im Land fördert die Integration

Viele Maßnahmen belegen die Gastfreundlichkeit Ugandas gegenüber den Flüchtlingen. Die fortschrittliche Flüchtlingspolitik gibt Flüchtlingen in Uganda das Recht auf Selbstbestimmung, auf Arbeit und Unternehmensgründung sowie den Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen wie Gesundheitsversorgung und Bildung.

Um die Integration von Flüchtlingen zu fördern, versuchen die Behörden in Uganda die Unterbringung von Menschen in Flüchtlingslagern zu vermeiden. Aus diesem Grund erhält jeder Neuankommende ein Grundstück, um dort zu wohnen und Lebensmittel anzubauen.

Seit 2017 werden die Asylanträge von Menschen aus dem Südsudan und aus dem Kongo in Uganda in einem beschleunigten Verfahren bearbeitet, ohne dass eine Anhörung erforderlich ist. Somit werden sie schneller als Flüchtlinge anerkannt und ihr Asylstatus bestätigt.

Herausforderung COVID-19

Uganda schloss zunächst im März seine Grenzen, um die Ausbreitung von COVID-19 einzudämmen. Bei der Ankunft an der Grenze wurden alle Asylsuchenden einer Sicherheits- und Gesundheitsuntersuchung unterzogen und begaben sich in eine 14-tägige Quarantäne. Dort konnten sie mit Nahrungsmitteln und grundlegenden Hilfsgütern versorgt werden.

Flüchtlinge sind vom wirtschaftlichen Abschwung aufgrund der Corona-Maßnahmen mit am stärksten betroffen. Viele berichten davon, dass sie sich Essen und ihre Miete nicht mehr leisten können. Darunter auch Mariney aus dem Kongo: "Im Moment ist für uns Flüchtlinge der Hunger die größte Sorge", erzählt sie. "Wenn wir rausgehen, riskieren wir, uns mit dem Coronavirus zu infizieren. Wenn wir zu Hause bleiben, wird der Hunger uns töten. Das ist schlimmer als Krieg."

Die Regierung verteilt Nahrungsmittel im Rahmen eines Unterstützungsprogramms für einkommensschwache Haushalte, aber der Bedarf für lokale Gemeinschaften und Flüchtlinge in der Region ist enorm.

Flüchtlinge in der Corona Pandemie

Flüchtlinge sind weiterhin besonders verletzlich

Aufgrund der hohen Zahl an Flüchtlingen, die Uganda aufgenommen hat, werden die Ressourcen des Landes stark belastet.

Das betrifft zum Beispiel die Versorgung der Flüchtlinge mit sauberem Wasser. In Uganda stehen jedem Flüchtling durchschnittlich nur 17,1 Liter Trinkwasser am Tag zu Verfügung. Im Vergleich verbraucht ein Mensch in Deutschland durchschnittlich 120 Liter am Tag.

Auch die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt des Landes bleibt in Uganda eine Herausforderung. Eine Studie der Weltbank aus dem Jahr 2018 schätzte, dass 4 von 5 Flüchtlingen arbeitslos sind und die Löhne der Flüchtlinge 35 bis 45 Prozent unter denen der Aufnahmebevölkerung liegen.

Bildung

51% der Flüchtlinge in Uganda sind Kinder im Schulalter (3-17 Jahre). Kinder und Jugendliche erhalten oftmals keine angemessene Schulbildung, da Klassenräume und Lehrkräfte fehlen. Ende 2019 gingen 25 Prozent der Kinder im Grundschulalter und 86 Prozent der Kinder im Sekundarschulalter nicht zur Schule. Durchschnittlich 18 Prozent der Schülerinnen und Schüler waren in niedrigeren Klassenstufen eingeschrieben als für ihr Alter erwartet.

Besonders Mädchen brechen oft die Schule ab. Frühe Verheiratung und Schwangerschaften machen es ihnen oftmals unmöglich zur Schule zu gehen.

Ende 2019 befanden sich unter den Flüchtlingen in Uganda zudem 40.000 unbegleitete Minderjährige. Es ist besonders wichtig, diese Kinder zu registrieren, um ihnen eine umfassende Hilfe entsprechend ihrer Bedürfnisse zu bieten.

"Ich fühle mich gut dabei, anderen Flüchtlingen in diesen schweren Zeiten zu helfen."

Sabuni floh aus der DR Kongo nach Uganda. Sie unterrichtet, berät und betreut Frauen und Überlebende sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt. 2020 erhielt Sabuni den Nansen Refugee Award für die Region Afrika. ©UNHCR/E.R.Mbabazi

Was macht der UNHCR vor Ort?

Der UNHCR erarbeitet gemeinsam mit der Regierung passende Lösungen für die Integration der Flüchtlinge in Uganda.

Der UNHCR

  • erfasst Flüchtlinge seit 2018 biometrisch, um die Registrierung und die weitere Bereitstellung von Hilfsleistungen durch Hilfsorganisationen zu erleichtern.
  • bietet gemeinsam mit seinen Partnern Unterricht in über 250 Schulen im Land an und unterstützt Kinder beim Zugang zu Bildung.
  • stellt Wasser-, Sanitär- und Hygienedienste für Flüchtlings- und Aufnahmegemeinschaften bereit.
  • bietet Betroffenen sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt psychosoziale Unterstützung, medizinische Hilfe und Rechtsbeistand.
  • unterstützt Flüchtlinge, die freiwillig in ihre Heimat zurückkehren möchten, sofern die Bedingungen im Herkunftsland eine Rückkehr zulassen.
  • fördert das sogenannte Resettlement von Flüchtlingen, für die eine Rückkehr in ihr Heimatland nicht möglich ist. Ziel ist, dass sie in einem Drittland ein neues Leben beginnen können.
Uganda, Jungen in der Schule

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