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Klimawandel
© UNHCR/Brendan Bannon

Klimawandel als Fluchtgrund

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Was hat der Klimawandel mit Flucht zu tun?

Das Weltklima ändert sich – und das in einer Geschwindigkeit, die die meisten Voraussagen der Wissenschaftler*innen übertrifft. Für viele Menschen sind die negativen Folgen des klimatischen Wandels bereits hautnah zu spüren. Viele Regionen der Erde sehen sich mit langanhaltenden Dürren konfrontiert; Unwetter nehmen zu.

Viele Menschen verlassen ihre Heimat nach einer verheerenden Naturkatastrophe auf der Suche nach einem Neubeginn. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) beziffert die Zahl derjenigen, die im letzten Jahrzehnt aufgrund von Dauerregen, langanhaltenden Dürren und Hitzewellen sowie Zyklonen jedes Jahr ihre Heimat verlassen mussten, mit durchschnittlich 23 Millionen Menschen.

Der Klimawandel könnte zum Hauptfluchtgrund werden. Er verstärkt den Wettstreit um die Ressourcen - Wasser, Nahrungsmittel, Weideland - und daraus können sich Konflikte entwickeln.

António Guterres, damaliger Hoher Flüchtlingskommissar und jetziger Generalsekretär der Vereinten Nationen, 2009 auf dem Weltklimagipfel in Kopenhagen

Naturkatastrophen nehmen zu

Eine Folge des Klimawandels ist die Verdopplung der Naturkatastrophen innerhalb eines Jahres. Im Oktober 2018 sprach das UN-Büro für Katastrophenvorsorge (UNISDR) in Genf von alarmierenden Zahlen - auch mit Blick in die Zukunft. Die Zahl der klimabedingten Katastrophen seien demnach von durchschnittlich 165 auf 329 pro Jahr gestiegen.

Bei fast jeder Naturkatastrophe - seien es Erdrutsche, Überschwemmungen, Taifune oder Hurrikans - müssen die Menschen aus ihren Häusern fliehen, manchmal sogar über Landesgrenzen hinweg.

Herkunfts- und Aufnahmeländer mit Folgen des Klimawandel überfordert

Fast 90 Prozent der Flüchtlinge stammen aus armen krisengeschüttelten Ländern, die vom Klimawandel betroffen sind, aber kaum Ressourcen haben, um die Auswirkungen zu verhindern oder abzumildern. Dazu gehören die fünf Länder, aus denen weltweit die meisten Flüchtlinge kommen: Syrien, Venezuela, Afghanistan, Südsudan und Myanmar.

Auch der größte Teil der Binnenvertriebenen - 7 von 10 - leben in Staaten, deren Möglichkeiten Vorkehrungen zu treffen begrenzt sind.

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Nepal

150 Millionen "Klimaflüchtlinge" bis 2050

Es ist generell schwer, die Zahl der Menschen zu beziffern, die vor Klimawandel und Umweltzerstörung flüchten.

1990 schätzte der Weltklimarat IPCC die zu erwartende Zahl von "Klimaflüchtlingen" auf 150 Millionen bis zum Jahr 2050. Die Menschen werden innerhalb und über Grenzen hinweg fliehen. Sie werden bei einer Katastrophe schnell und in großer Zahl flüchten oder allmählich, wenn die Trockenheit zu groß und das Wasser knapp wird.

Klimawandel birgt Konfliktpotential

Begrenzte natürliche Ressourcen, wie Trinkwasser, werden sicherlich noch knapper. Viele Feldfrüchte und einige Vieharten werden in bestimmten Gebieten nicht überleben können, wenn es zu heiß und trocken oder zu kalt und nass wird. Die Lebensmittelversorgung ist in vielen Regionen der Welt schon jetzt ein Grund zur Sorge.

Die Menschen müssen versuchen, sich an diese Situation anzupassen, aber für viele wird es den bewussten Umzug in eine andere Region bedeuten, um überleben zu können. Die Situation hat das Potential Konflikte zwischen Gemeinden heraufzubeschwören, wenn immer mehr Menschen um immer weniger Ressourcen konkurrieren.

Für das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) sind die Konsequenzen des Klimawandels enorm.

Flüchtlinge und die Auswirkungen auf die Umwelt

Große Flüchtlingsbewegungen können enorme negative Umweltauswirkung haben. Im Umkreis von Flüchtlingslagern und -siedlungen kann es zu Problemen kommen, wie Abholzung, Überfischung, Wilderei und dem Verbrauch ohnehin knapper Wasserressourcen. Konflikte um diese Ressourcen sind eine Gefahr für das Wohlergehen der Flüchtlinge und die Arbeit der Hilfsorganisationen vor Ort. Darum ist der Umweltschutz wichtiger denn je auch für die Arbeit von Hilfsorganisationen.

Mehr zu Umweltaspekten bei der Flüchtlingsarbeit

 

Gibt es „Klima- und Umweltflüchtlinge“ ?

Im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention gibt es keine Klima- oder Umweltflüchtlinge. Denn als Flüchtling gilt im Völkerrecht jemand, der aus Gründen der Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen seiner politischen Überzeugung verfolgt und bedroht wird und darum sein Land verlässt. Menschen, die aus persönlichen oder materiellen Notlagen, wie Hunger, Krieg oder die Zerstörung der Umwelt fliehen, zählen nicht dazu.

Dennoch können Naturkatastrophen oder die Zerstörung von Lebensgrundlagen durch Klimaveränderungen zu Fluchtbewegungen über Ländergrenzen führen. Im UN-Migrationspakt wird dies ausdrücklich erwähnt. Insbesondere wenn es durch Ressourcenmangel, wie z.B. Wassermangel zu Konflikten zwischen Bevölkerungsgruppen kommt, sehen sich Menschen zur Flucht aus ihrer Heimat gezwungen.

Klimawandel und Flüchtlinge

  • In vielen Regionen der Welt herrscht aufgrund von Dürre und unregelmäßigem Regen, ausgelöst durch den Klimawandel, Wasserknappheit. So auch im Tschad. Flüchtlingskinder aus dem Sudan müssen teilweise viele Kilometer zurücklegen, um Wasser für die Familie und die Tiere zu holen. Besonders für Frauen können die immer länger werdenden Wege gefährlich werden, denn sie laufen Gefahr, überfallen oder vergewaltigt zu werden.
    © UNHCR/Oualid Khelifi

    In vielen Regionen der Welt herrscht aufgrund von Dürre und unregelmäßigem Regen, ausgelöst durch den Klimawandel, Wasserknappheit. So auch im Tschad. Flüchtlingskinder aus dem Sudan müssen teilweise viele Kilometer zurücklegen, um Wasser für die Familie und die Tiere zu holen. Besonders für Frauen können die immer länger werdenden Wege gefährlich werden, denn sie laufen Gefahr, überfallen oder vergewaltigt zu werden.

  • Weitere Folgen des Klimawandels können verschiedene Naturkatastrophen sein. Ein Sturm und starker Regenfall hat diese Unterbringung von Binnenvertriebenen im Jemen zerstört. Im Jemen herrscht zudem gerade die größte humanitäre Krise weltweit und Millionen von Menschen sind von Unterernährung betroffen.
    © UNHCR/RADF

    Weitere Folgen des Klimawandels können verschiedene Naturkatastrophen sein. Ein Sturm und starker Regenfall hat diese Unterbringung von Binnenvertriebenen im Jemen zerstört. Im Jemen herrscht zudem gerade die größte humanitäre Krise weltweit und Millionen von Menschen sind von Unterernährung betroffen.

  • Nicht nur der Konflikt in der Provinz Cabo Delgado in Mosambik, macht den Geflüchteten zu schaffen. Starke Regenfälle fluteten ein Flüchtlingscamp für Binnenvertriebene und zerstörten viele Unterkünfte von Menschen, die kurz zuvor schon ihr Zuhause zurücklassen mussten.
    © UNHCR/Martim Gray Pereira

    Nicht nur der Konflikt in der Provinz Cabo Delgado in Mosambik, macht den Geflüchteten zu schaffen. Starke Regenfälle fluteten ein Flüchtlingscamp für Binnenvertriebene und zerstörten viele Unterkünfte von Menschen, die kurz zuvor schon ihr Zuhause zurücklassen mussten.

  • Vor 20 Jahren war das Land in Kutubdia in Bangladesch noch grün und fruchtbar. Bauern haben hier Reis angebaut. Seitdem hat sich viel verändert: Der Meeresspiegel stieg an und überflutete Teile des Landes. Das einzige, was hier noch wachsen kann, ist Salz. Der Wasserspiegel wird auch in den nächsten Jahren stetig ansteigen und das Zuhause von Millionen von Menschen gefährden. Nach Schätzungen wird die Insel Kutubdia in 30 Jahren verschwunden sein.
    © UNHCR/Saiful Huq Omi

    Vor 20 Jahren war das Land in Kutubdia in Bangladesch noch grün und fruchtbar. Bauern haben hier Reis angebaut. Seitdem hat sich viel verändert: Der Meeresspiegel stieg an und überflutete Teile des Landes. Das einzige, was hier noch wachsen kann, ist Salz.
    Der Wasserspiegel wird auch in den nächsten Jahren stetig ansteigen und das Zuhause von Millionen von Menschen gefährden. Nach Schätzungen wird die Insel Kutubdia in 30 Jahren verschwunden sein.

  • Wanatidanganja Saverina konnte dank eines Kredits ihr eigenes kleines Unternehmen aufbauen. Sie stellt Briketts her, die aus recycelten Abfall - Unkraut und Pflanzenteile - aus der Landwirtschaft bestehen. Die Briketts sind nicht nur günstig, sondern halten lange und sind umweltfreundlich, denn um herkömmliche Holzbriketts herzustellen, müssen Bäume gefällt werden. Die recycelten Briketts sind ein wichtiger Beitrag in der Bekämpfung der Abholzung, die den Klimawandel weiter antreibt.
    © UNHCR/Duniya Aslam Khan

    Wanatidanganja Saverina konnte dank eines Kredits ihr eigenes kleines Unternehmen aufbauen. Sie stellt Briketts her, die aus recycelten Abfall - Unkraut und Pflanzenteile - aus der Landwirtschaft bestehen. Die Briketts sind nicht nur günstig, sondern halten lange und sind umweltfreundlich, denn um herkömmliche Holzbriketts herzustellen, müssen Bäume gefällt werden. Die recycelten Briketts sind ein wichtiger Beitrag in der Bekämpfung der Abholzung, die den Klimawandel weiter antreibt.

  • Bangladesch wird jedes Jahr von Monsunregenfällen heimgesucht. Überschwemmungen und Erdrutsche gefährden die Menschen. Auch die rund 640.000 Rohingya, die aus Myanmar flüchten mussten und im größten Flüchtlingslager der Welt, Kutupalong, wohnen, trifft es hart. Trotzdem sind die Niederschläge nach längerer Dürre, besonders für Bauern, wichtig.
    © UNHCR/David Azia

    Bangladesch wird jedes Jahr von Monsunregenfällen heimgesucht. Überschwemmungen und Erdrutsche gefährden die Menschen. Auch die rund 640.000 Rohingya, die aus Myanmar flüchten mussten und im größten Flüchtlingslager der Welt, Kutupalong, wohnen, trifft es hart. Trotzdem sind die Niederschläge nach längerer Dürre, besonders für Bauern, wichtig.

Der UNHCR bezieht Umweltaspekte in alle Bereiche der Flüchtlingshilfe ein:

  • versucht die negativen Auswirkungen großer Bevölkerungsbewegungen und die Ansiedlung vieler Menschen auf die Natur zu vermeiden,
  • nutzt wenn möglich klimaneutrale, umwelt- und ressourcenschonende Technologien, wie ökologische Brennöfen oder die Herstellung von Brikets, Solarstromanlagen,
  • fördert die Aufforstung von geschädigten Flächen,
  • versucht Schäden durch Überschwemmungen und Erdrutsche in Monsunregionen durch bauliche Maßnahmen zu vermeiden.
Wasser, Händewaschen

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